
Mit den Jahren verändert sich vielleicht nicht die Sehnsucht nach Nähe, sondern ihr Wesen.
Früher glaubte ich, Menschen würden einander finden, um fehlende Teile in sich selbst zu ergänzen. Heute denke ich manchmal, dass wirkliche Begegnung stiller geschieht. Fast wie ein Wiedererkennen. Nicht aus Bedürftigkeit heraus, sondern aus einer inneren Vertrautheit, die sich kaum erklären lässt.
Vielleicht deshalb berühren uns manche Menschen so tief, obwohl sie nichts besitzen wollen. Keine Rolle erfüllen. Keine Leere füllen. Sie treten einfach in unser Leben und etwas in uns wird ruhig. Nicht weil plötzlich alles vollkommen wäre, sondern weil für einen Moment nichts mehr erzwungen werden muss.