Zwischen Atem und Gedanke

Der Raum zwischen einem Atemzug und dem nächsten Gedanken, hier liegt die Freiheit. Hier dürfen wir sein, ohne zu werden.
Der Raum zwischen einem Atemzug und dem nächsten Gedanken, hier liegt die Freiheit. Hier dürfen wir sein, ohne zu werden. Ein flüchtiger, kostbarer Moment reiner Existenz.
Unser Geist ist wie ein unruhiger Himmel, durch den unablässig Wolken von Gedanken ziehen. Wir identifizieren uns mit ihnen, halten sie fest, lassen uns von ihnen davontragen.
Wir sind unsere Sorgen, unsere Pläne, unsere Erinnerungen. Doch zwischen diesen Wolken gibt es immer wieder Lücken, Momente blauen Himmels. Das ist der Raum, den der Atem schafft.
Der Atem ist der Anker im Jetzt. Er urteilt nicht, er plant nicht, er erinnert sich nicht. Er fließt einfach.
Wenn wir unsere Aufmerksamkeit sanft auf ihn lenken, auf das Heben und Senken der Bauchdecke, auf die kühle Luft, die ein- und die warme, die ausströmt, geben wir dem Gedankenstrom die Erlaubnis, weiterzuziehen, ohne uns an ihn zu ketten.
Das ist keine Flucht vor dem Denken. Es ist die bewusste Entscheidung, nicht im Denken verloren zu gehen.
In der winzigen Pause zwischen Ausatmen und erneutem Einatmen liegt eine tiefe Stille. In dieser Stille sind wir weder unsere Geschichte noch unsere Zukunft.
Wir sind einfach nur anwesend. Lebendig. Frei.